



25.09.2025, HfG
Vordiplom von: Kateryna Kakotkina
Betreuende Lehrende: Vera Valentina Gärtner, Prof. Constanze Fischbeck
Die Installation beinhaltet eine Reihe an Fotografien von Irina Grin (Inst: irina.grin.art)
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Autismus bei Frauen, die sich auf Besonderheiten der sensorischen Wahrnehmung konzentriert.
Was für andere unsichtbar bleibt, ist für mich tägliche Arbeit: das Aufnehmen, Sortieren und Aushalten von Reizen, die niemand sonst wahrnimmt. Licht, Stimmen, Gerüche,Gedanken - alles kommt gleichzeitig an. Mein Gehirn filtert nicht, sondern verarbeitet alles. Jeden Tag leiste ich mehr, als man mir ansieht, nur um nicht unterzugehen. Und doch sehen die anderen oft nur eine sensible, stille, müde Person.
Dieses Projekt beschäftigt sich mit der neurodivergenten Überforderung im Alltag und dem stillen Kraftakt, sich dennoch in einer normierten Gesellschaft zurechtzufinden.
Autismus wird bei Frauen oft später und seltener diagnostiziert als bei Männern, da die Forschung und die Diagnosekriterien lange Zeit auf männliche Ausdrucksformen ausgerichtet waren. Zudem maskieren viele Frauen ihre Symptome, was ihnen zwar eine gesellschaftliche Anpassung ermöglicht, jedoch häufig zu Erschöpfung, Angst oder Depressionen führt und ihren tatsächlichen Unterstützungsbedarf verdeckt.
Über einen Zeitraum von drei Monaten habe ich sensorische, kognitive und soziale Reize, die ich wahrgenommen und verarbeitet habe, in einen Häkelprozess übersetzt. Dafür habe ich eine Vielzahl gefundener und gesammelter Materialien verwendet. Dinge, die andere wegwerfen würden, habe ich aufbewahrt. Was neurotypische Gehirne ausblenden, sammeln und verarbeiten neurodivergente.
Inspiriert von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, übersetzt diese Arbeit komplexe neurobiologische und gesellschaftliche Zusammenhänge in eine visuelle Form.